Glasfaser-Modem: Router verbinden und ONT erklärt

Glasfaser-Modem: Router verbinden und ONT erklärt

Ein Glasfaser-Modem verbindet den Glasfaseranschluss mit deinem Router. Hier erfährst du, was Glasfaser-Dose, ONT, Modem und Router bedeuten und welches Kabel zwischen Modem und Router gehört.

Ein Glasfaser-Modem verbindet deinen Glasfaseranschluss mit dem Router. Es wandelt die optischen Lichtsignale aus der Glasfaser in elektrische Netzwerksignale um. Diese elektrischen Signale kann dein Router über ein normales Patchkabel weiter an dein Heimnetzwerk verteilen.

Kurz gesagt: Wenn dein Anbieter ein separates Glasfaser-Modem beziehungsweise ONT installiert hat, verbindest du dieses Gerät per Netzwerkkabel mit dem WAN-Port deines Routers. Wenn dein Router bereits ein passendes Glasfaser-Modem eingebaut hat, kann der Router je nach Anschluss direkt an der Glasfaser-Dose betrieben werden.

In Deutschland ist für viele Haushalte die Variante mit Glasfaser-Dose und separatem Glasfaser-Modem beziehungsweise ONT besonders üblich. Dann bleibt das Providergerät am Anschluss und dein eigener Router arbeitet dahinter über den WAN-Port. Ein direkter Glasfaser-Router ist ebenfalls möglich, muss aber zur Anschlussart und zur Freigabe des Anbieters passen.

Die grundsätzliche Abgrenzung findest du zusätzlich im Überblick Router vs Modem vs Glasfaser-Modem.

Glasfaser-Modem, ONT, Glasfaser-Dose und Router: der Unterschied

Bei Glasfaser werden mehrere Begriffe schnell durcheinandergeworfen. Für die Einrichtung zu Hause ist vor allem wichtig, welche Aufgabe welches Bauteil hat.

Begriff Aufgabe im Glasfaseranschluss
Glasfaser-Hausanschluss Der Übergabepunkt, an dem die Glasfaser ins Gebäude kommt. In Einfamilienhäusern sitzt er oft im Keller oder Hausanschlussraum.
Glasfaser-Dose / GF-TA Die Anschlussdose in Wohnung, Büro oder Technikraum. Von hier geht die Glasfaser zum Modem, ONT oder Glasfaser-Router.
ONT / Glasfaser-Modem Wandelt optische Glasfasersignale in elektrische Ethernet-Signale um. Der Router wird per Netzwerkkabel angeschlossen.
Router Baut die Internetverbindung auf, verteilt LAN und WLAN, schützt das Heimnetzwerk per Firewall und verwaltet die Geräte.
Glasfaser-Router Router mit integriertem Glasfaser-Modem. Er kann je nach Anbieter und Anschlussart direkt an der Glasfaser betrieben werden.

Viele Anbieter nennen das externe Gerät schlicht Glasfaser-Modem. Technisch ist häufig auch die Bezeichnung ONT üblich. Für dich ist entscheidend: Hat das Gerät einen Glasfaseranschluss auf der einen Seite und eine RJ45-Netzwerkbuchse auf der anderen Seite, dann ist es der Übergang zwischen Provideranschluss und Router.

So verbindest du Glasfaser-Modem und Router

Die typische Verbindung sieht so aus:

  1. Die Glasfaser kommt an der Glasfaser-Dose oder am Hausanschluss an.
  2. Das Glasfaser-Modem beziehungsweise der ONT wird mit dieser Glasfaser verbunden.
  3. Vom Netzwerkanschluss des Glasfaser-Modems führt ein Patchkabel zum WAN-Port deines Routers.
  4. Der Router verteilt die Verbindung anschließend per LAN, WLAN oder über einen Switch im Heimnetzwerk.

Für die Verbindung zwischen Glasfaser-Modem und Router brauchst du in der Regel kein spezielles Glasfaserkabel, sondern ein normales Ethernet-Patchkabel mit RJ45-Steckern. Das Kabel gehört nicht in einen beliebigen LAN-Port, wenn dein Router einen eigenen WAN-Port besitzt. Der WAN-Port ist für die Verbindung zum Modem oder Providergerät vorgesehen.

Wenn du vor allem die konkrete Verkabelung, FRITZ!Box-Einstellung und WAN/LAN-1-Frage klären möchtest, findest du den fokussierten Ablauf im Artikel Glasfaser-Modem mit Router verbinden.

Welches Kabel gehört zwischen Glasfaser-Modem und Router?

Zwischen Glasfaser-Modem und Router verwendest du ein Patchkabel. Für typische Glasfaseranschlüsse zu Hause reicht ein Cat-5e-, Cat-6- oder Cat-6a-Patchkabel aus. Wichtiger als die Kategorie ist, dass das Kabel unbeschädigt ist, sauber einrastet und lang genug ist, ohne unter Zug zu stehen.

Wenn dein Glasfaser-Modem im Keller sitzt und der Router wegen des WLANs in der Wohnung stehen soll, kann die Verbindung auch über eine feste Hausverkabelung laufen: Modem per Patchkabel an Netzwerkdose oder Patchpanel, dann über Verlegekabel weiter zur zweiten Netzwerkdose und von dort per Patchkabel in den WAN-Port des Routers. Bei mehreren Räumen ist ein Patchpanel mit Switch oft die sauberere Lösung.

Brauchst du ein eigenes Glasfaser-Modem?

Ob du ein eigenes Glasfaser-Modem brauchst, hängt von deinem Anbieter und von der vorhandenen Installation ab.

Situation Was du meistens brauchst
Anbieter installiert ein separates Glasfaser-Modem/ONT Einen Router mit WAN-Port hinter dem Modem.
Glasfaser-Dose vorhanden, aber kein ONT Anbieter fragen, ob ein ONT gestellt wird oder ein eigener Glasfaser-Router freigegeben ist.
Router hat integriertes Glasfaser-Modem Prüfen, ob Router, SFP-Modul und Anschlussart zum Anbieter passen.
DSL, Kabel oder LTE statt Glasfaser Kein Glasfaser-Modem, sondern ein zur Anschlussart passendes Modem oder Routermodell.

Gerade bei Glasfaser solltest du vor dem Kauf nicht nur nach dem Begriff Glasfaser-Modem suchen. Wichtig sind Anschlussart, Freigabe durch den Anbieter und die Frage, ob das Modem bereits Bestandteil deines Anschlusses ist. Ein falsches Modem hilft nicht, auch wenn es äußerlich ähnlich aussieht.

Telekom, Deutsche Glasfaser und andere Anbieter

Bei der Telekom begegnet dir häufig die Formulierung Glasfaser-Modem. Das separate Gerät wird mit der Glasfaser-Dose verbunden und stellt dann eine Ethernet-Buchse für den Router bereit. Viele FRITZ!Box-Modelle ohne integriertes Glasfaser-Modem können in diesem Fall hinter dem Telekom Glasfaser-Modem arbeiten, sofern sie einen passenden WAN-Betrieb unterstützen.

Bei Deutsche Glasfaser und anderen Anbietern ist die Logik ähnlich, die Bezeichnungen und Installationsdetails können aber abweichen. Häufig ist ein separates Glasfaser-Modem beziehungsweise ONT des Anbieters am Anschluss im Spiel. Dahinter brauchst du vor allem einen Router mit WAN-Port, nicht zwingend einen Router mit eingebautem Glasfaser-Modem. Wenn du nicht sicher bist, ob du einen Router direkt anschließen darfst oder ein bestimmtes Modem verwenden musst, ist die Anbieterfreigabe wichtiger als eine allgemeine Produktempfehlung. Konkrete Router-Empfehlungen findest du im Artikel Deutsche Glasfaser Router-Empfehlungen.

Glasfaser-Modem der Telekom mit Netzwerkanschluss

Router hinter Glasfaser-Modem oder Glasfaser-Router?

Wenn ein Glasfaser-Modem oder ONT vorhanden ist, reicht ein Router mit WAN-Anschluss. Der Router muss dann kein eigenes Glasfaser-Modem besitzen. Er übernimmt WLAN, LAN, Firewall, Telefonie und die Verwaltung deines Heimnetzwerks.

Ein Router ohne integriertes Modem kann hinter einem vorhandenen Glasfaser-Modem eine einfache und günstige Lösung sein. Ein Beispiel dafür ist die FRITZ!Box 4040:

Wenn du dagegen möglichst nur ein Gerät einsetzen möchtest, brauchst du einen Glasfaser-Router mit passendem Anschluss. Ein Beispiel ist die FRITZ!Box 5590 Fiber. Sie ist für den direkten Glasfaseranschluss gedacht, muss aber zu deinem konkreten Anschluss und Anbieter passen:

Für viele Haushalte ist die Variante mit separatem Glasfaser-Modem trotzdem praktisch: Das Modem bleibt dort, wo der Anschluss sitzt, und der Router kann dort stehen, wo LAN-Verkabelung und WLAN-Abdeckung sinnvoll sind.

Typische Fehler beim Anschluss

Wenn nach dem Anschluss kein Internet funktioniert, liegt es oft an einem dieser Punkte:

  • Das Patchkabel steckt am Router in einem LAN-Port statt im WAN-Port.
  • Der Router ist noch auf DSL-Betrieb eingestellt, obwohl er hinter einem Glasfaser-Modem arbeiten soll.
  • Das Glasfaser-Modem ist noch nicht vom Anbieter aktiviert.
  • Das Ethernet-Kabel zwischen Modem und Router ist beschädigt oder sitzt nicht fest in der Buchse.
  • Der Router steht zu weit vom Wohnbereich entfernt, sodass zwar Internet ankommt, aber das WLAN schlecht ist.
  • Bei einer festen Hausverkabelung ist die falsche Netzwerkdose oder der falsche Port am Patchpanel verbunden.

Prüfe zuerst die Verkabelung vom Glasfaser-Modem zum WAN-Port. Danach lohnt ein Blick in die Internetzugangs-Einstellungen des Routers. Viele Router haben einen eigenen Modus für den Betrieb an einem vorhandenen Modem oder externen Glasfaseranschluss.

Fragen zum Glasfaser-Modem

Was ist ein Glasfaser-Modem?

Ein Glasfaser-Modem ist das Gerät zwischen Glasfaseranschluss und Router. Es wandelt optische Lichtsignale aus der Glasfaser in elektrische Netzwerksignale um. Dadurch kann dein Router die Internetverbindung über ein normales Netzwerkkabel nutzen. Die allgemeine Rolle eines Modems findest du im Beitrag Modem einfach erklärt.

Ist ein ONT das gleiche wie ein Glasfaser-Modem?

Im Heimnetzwerk meinen beide Begriffe meistens dasselbe Übergabegerät. ONT ist die technischere Bezeichnung, Glasfaser-Modem ist die alltagstauglichere Bezeichnung. Entscheidend ist die Funktion: Glasfaser rein, Ethernet zum Router raus.

Welches Kabel verbindet Glasfaser-Modem und Router?

Zwischen Glasfaser-Modem und Router verwendest du ein Ethernet-Patchkabel mit RJ45-Steckern. Für normale Heimnetzwerke reicht ein gutes Cat-5e-, Cat-6- oder Cat-6a-Kabel aus. Glasfaserkabel brauchst du an dieser Stelle nur, wenn der Router selbst direkt an die Glasfaser angeschlossen wird.

In welchen Anschluss am Router kommt das Glasfaser-Modem?

Das Kabel vom Glasfaser-Modem gehört in den WAN-Port des Routers. Wenn dein Router keinen ausdrücklich beschrifteten WAN-Port besitzt, prüfe die Anleitung: Bei manchen Routern kann ein bestimmter LAN-Port als WAN-Port konfiguriert werden. Mehr zur Aufgabe des Routers findest du im Router-Ratgeber.

Kann ich eine FRITZ!Box 7530 oder 7590 an Glasfaser nutzen?

Ja, wenn ein separates Glasfaser-Modem beziehungsweise ONT vorhanden ist. Dann wird die FRITZ!Box per Netzwerkkabel hinter dem Modem betrieben. Ohne externes Glasfaser-Modem sind diese Modelle keine direkten Glasfaser-Modems. Für die Einordnung der Modelle helfen die Artikel zur FRITZ!Box 7530 und zur FRITZ!Box 7590.

Brauche ich bei Glasfaser noch einen Router?

Ja. Das Glasfaser-Modem stellt nur die technische Übergabe zum Anschluss her. Der Router baut die Verbindung auf, verteilt LAN und WLAN und schützt dein Heimnetzwerk. Nur ein Glasfaser-Router kombiniert Modem und Router in einem Gerät. Wenn du die Rollen sauber trennen möchtest, lies auch was ein Router macht.

Kann das Glasfaser-Modem im Keller bleiben?

Ja, wenn du eine Netzwerkverbindung vom Keller zum Routerstandort hast. Für ein gutes WLAN ist es oft besser, das Glasfaser-Modem im Technikraum zu lassen und den Router oder zusätzliche Access Points dort zu platzieren, wo das WLAN wirklich gebraucht wird. Für feste Leitungen helfen Netzwerk-Verlegekabel und ein Patchpanel; für WLAN in weiteren Räumen kann ein Access Point sinnvoll sein.

Gibt es ein Glasfaser-Modem mit WLAN?

Ein reines Glasfaser-Modem hat normalerweise kein WLAN. Wenn du Glasfaser und WLAN in einem Gerät möchtest, suchst du nach einem Glasfaser-Router. Achte dabei darauf, dass der Router zu deinem Anbieter und zur Anschlussart passt. Für die WLAN-Verteilung im Heimnetzwerk ist außerdem der Überblick zu WLAN hilfreich.

Wer schreibt hier?

Der Netzwerk-Nerd verfolgt für dich die neuesten Trends zum Thema Heimnetzwerk. Außerdem stellt er dir sein Wissen über den Aufbau eines Heimnetzwerks zur Verfügung.

Ein Netzwerkkabel verlegen oder gleich ein Netzwerk im ganzen Haus verlegen? Eine LAN-Dose anschließen? Unterschiede bei Netzwerkkabeln? Dafür und für vieles mehr zum Thema Heimnetzwerk findest du Wissen, Tipps und Anleitungen vom Netzwerk-Nerd.

 

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